Rechtsformen

Die Wahl der Gesellschaftsform ist für ein Unternehmen oder eine Gruppe von Personen, von großer Bedeutung.

Bereits die Wahl der Gesellschaftsform kann entscheident über das Wohl und Wehe eines Unternehmens bestimmen.  Die Gesellschaftsform hat zum Beispiel erhebliche Auswirkungen auf die Besteuerung der Gesellschaft und der Gesellschafter sowie auf Haftungsfragen.

Der Unternehmer muss bei der Gründung einer Gesellschaft genau prüfen, welcher Gesellschaftstyp für das erstrebte Ziel besonders geeignet ist oder ob eine Gesellschaftsumwandlung sinnvoll und zweckmäßig wäre. Auch nach der Gründung muss in regelmäßigen Abständen geprüft werden, ob sich nicht die Rahmenbedingungen des Unternehmens geändert haben und eine Umwandlung in eine andere Rechtsform besser wäre, um das unternehmerische Ziel zu erreichen. Auslösende Faktoren und Gründe für die Änderung bzw. Anpassung der Rechtsform können der Tod von Gesellschaftern, der Ein- und Austritt von Gesellschaftern, Änderungen der Rechtslage (insbesondere des Steuer- und Gesellschaftsrechts), die Änderung des Unternehmensrisikos aber auch die Veränderung der wirtschaftlichen Lage und marktbestimmenden Gegebenheiten sein.

Entscheidungskriterien bei der Rechtsformwahl:

Voranstellend bei der Rechtsformwahl sollte eine umfassende Bestandsaufnahme über alle die Unternehmung betreffenden Umstände und den verfolgten Zweck sowie die geplanten Ziele erfolgen. Hierbei muss genau geklärt werden, was die Beteiligten wollen und welche Gestaltungsmöglichkeiten grundsätzlich vorhanden sind. Nicht unwesentlich bei der Voranstellung ist die Feststellung, wie die Beteiligten in persönlicher Hinsicht auch die Einbringung der eigenen Arbeitskraft oder eigenem Kapital gegenüberstehen. Darüber hinaus ist von Bedeutung, welche fachspezifischen Qualifikationen und Erfahrungen der Beteiligten vorhanden sind und/oder ob erlaubnispflichtige Zulassungsvoraussetzungen gefordert werden.

Entscheidungshilfe bei der Rechtsformwahl können folgende Grobabgrenzungspunkte geben:

  • Neugründung / Übernahme / Nachfolge
  • Unternehmenszweck und Unternehmensziel
  • Branche des Unternehmens
  • Kapitalbedarf und Finanzierung
  • eigenes Kapital
  • Besteuerung
  • Haftungsbereischaft der Beteiligten / Haftungsbegrenzungen
  • Eigentumsgestaltung im Unternehmen (Anschaffung von Sachgütern, Immobilien als Unternehmensvermögen)
  • Unternehmensleitung /-führung / eigene Arbeitskraft
  • Überwachung und Mitbestimmung im Unternehmen

Letztendlich bildet die Findung der richtigen Rechtsform einen Abwägungsprozess aller persönlich Beteiligten und derer Beziehungen zu- und untereinander.

Wichtigste Rechts- und/oder Gesellschaftsformen:

Die Gesellschaftsformen untergliedern sich in zwei wesentliche Gruppierungen, die Personengesellschaften und die Kapitalgesellschaften. Ferner sind Sonder- und Mischformen zu beachten.

Personengesellschaften

  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
  • OHG (offene Handelsgesellschaft)
  • KG (Kommanditgesellschaft)

Kapitalgesellschaften

  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • AG (Aktiengesellschaft)
  • UG (Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung)

Sonderformen

  • Einzelunterehmen
  • Stille Gesellschaft

Mischformen

Durch Grundtypenvermischung entstandene Formen werden zu den Personengesellschaften gerechnet:

  • Partnerschaftsgesellschaft
  • GmbH & Co.KG
  • AG & Co.KG
  • Stiftung & Co.KG

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass vorstehende Informationen und Darstellungen mit größtmöglicher Sorgfalt vorbereitet wurden. Dies ersetzt jedoch die rechtliche Beratung nicht, da jeder Fall individuell gelagert ist.